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Meine aktuelle Predigt                      

Möchten Sie die neueste Predigt aus der Kirche in Oberneuland noch einmal nachlesen? Dann sind Sie hier goldrichtig!

Mein Stil ist einfach, elementar, volkskirchlich, in bestem Sinne missionarisch. Dabei geht es darum, die Probleme und Sorgen der vermuteten Hörerinnen und Hörer einzubeziehen.

Etwa alle 14 Tage erscheint auf dieser Seite eine neue Predigt. Die alten Predigten werden dann gelöscht. Es ist wie mit dem täglichen Brot: Es sollte frisch sein - so auch die Predigt.

Gottes Segen wünscht      Ihr Frank Mühring

„Wir teilen Brot und alle werden satt“

Predigt zur Speisung der 5000

Pastor Frank Mühring       Bremen, 18.9.2016

„Und sie aßen alle und wurden satt.“       Markus 6,42

Liebe Gemeinde, liebe Kinder,

wer satt ist, wird dieses Wunder kaum verstehen können. Satt zu sein, ist in unserer Wohlstandswelt leicht. Eher ist unser Problem, dass wir übersättigt sind mit vielen Dingen. Unsere Speisekammer ist zu voll, um den Segen dieses Evangeliums zu verstehen.

Denn es ist ein Wunder, wenn es heißt: „Und sie aßen alle und wurden satt.“   Alle. nict nur ein paar, die Glück im Leben hatten. Auch die Pechvögel, die Vergessenen, die Kleinen, die man leicht übersieht – alle, alle wurden satt. Das ist das Evangelium, was Jesus uns schenkt.

Aber um es zu verstehen, muss man den Hunger kennen. Den Hunger der Kinder nach Lob und Anerkennung, nach Aufmerksamkeit. Unsere Kinder haben viel, aber haben sie auch das Wichtigste, nach dem alle hungern? Liebe? Augen, die es ansehen? Hände, die es führen? Gute Ideen, mit denen man junges Leben füttern und sättigen kann. Ich fürchte, da gibt es auch in Oberneuland Nachholbedarf!

Was kann man gegen solchen Hunger tun? Ich finde, das erste, was wir tun können, ist hinsehen. Sieh hin, wenn dir ein hungriger Mensch über den Weg läuft. Und das sind nicht nur die Elenden und Armen, die es überall gibt. Überall hungern Menschen nach Liebe. Nach Anerkennung. Nach Liebe. Nach Lob. Dieser Hunger ist oft leise. Aber auch von mangelnder Liebe kriegt man Hunger. Auch der erzeugt Magenknurren.

Wir sollen selbst zu einem Stück Brot für die Welt werden. Jeder kann etwas tun gegen den Hunger. Martin Buber hat einmal gesagt: „Menschen reichen einander das Himmelsbrot der gegenseitigen Anerkennung und Liebe.“ Wenn Jesus für uns das Brot vom Himmel ist, dann sollten wir das weitergeben. Im Umgang mit anderen Menschen können wir feinfühliger und mitfühlender sein. Zum Beispiel versuchen zu verstehen, warum jemand so garstig ist? Erzieherinnen und Erzieher tun das jeden Tag. Sie spüren demnach, wenn ein Kind hungrig ist nach Liebe. Sie verurteilen es nicht, wenn es mal grimmig ist. Es will  wahrscheinlich nur seine sensible Seele schützen. Man frage sich immer wieder im Sinne Jesu:  Wie fühlt sich der andere? Was bewegt ihn? Was geht in ihm vor? Was braucht er? Was glaubt er? Was sind seine Absichten und Ziele? So könnten wir das Himmelsbrot von Jesus weitergeben und viele sättigen. So geben wir das Brot weiter, welches dem Nächsten die Freude am Leben bringt! Jesus ist das Himmelsbrot der Liebe und möchte, dass wir es weiterverteilen.

*

Am Ende der Geschichte steht eine unglaubliche Steigerung. Wenig Brot war da. Aber jetzt, nach dem Teilen, sind alle satt. Alle! Niemandem knurrt mehr der Magen - und es ist immer noch was da. Bei Jesus muss keiner befürchten, dass er zu kurz kommt. Deshalb weist Jesus auf die Reste hin: „Schaut, es hat noch mehr. Aber lasst es nicht umkommen. Sammelt die übrigen Brocken auf.“ Und was dann geschieht, schlägt wirklich dem Fass den Boden aus: Zwölf Körbe voll Brot! So viel ist übrig geblieben.

Was für ein Zeichen ist? Es weist uns hin auf einen überreich schenkenden, großzügigen Gott, der ein weites Herz für jeden hat. Jesus sagt: In mir ist das Leben, für dich, für euch kleinen Kinder, für euch Große. Für euch Eltern und Großeltern, für euch Singles und für euch Verheiratete. In Jesus ist für jeden die Fülle des Lebens.
Ich weiß nicht, was für ein Bild vom lieben Gott oder von Jesus Sie haben. Aber ich vermute, dass unser aller Bild von Jesus immer noch viel zu klein ist!

Jesus sagt: Bei mir gibt es Leben in Hülle und Fülle. Jesus sagt: Ich bin gekommen, dass ihr das Leben mit allem, was dazu gehört, haben sollt. Bei mir dürft ihr aufatmen und frei sein. Gott gibt euch reichlich und gut. In ihm findet ihr alles, was Not tut für Leib und Leben. In ihm - die Fülle des Heils, tiefgründiger Glaube, wahre Liebe, - viel, viel, viel mehr als ihr je in einem ganzen Leben verbrauchen werdet. So viel, dass ihr es an die ganze Welt verschenken könnt und keiner dabei arm wird. Was ihr miteinander und mit anderen teilt, wird nicht weniger, sondern mehr. Und das gilt, wer auch immer ihr seid und wo auch immer ihr herkommt.

Das gilt für ganz Bremen, für die Kinder in den Elendsvierteln in Südafrika Das gilt, wer auch immer du bist - ob besonders fromm, oder noch ganz am Anfang der Suche nach Gott. Gott ist größer als dein Verstand je begreifen wird - und größer, als dein Herz je fühlen kann. Bei ihm ist die ganze Fülle dessen, was uns für den Glauben und für das Leben stark und mutig macht. So ist Jesus, so ist Gott!
 
Liebe Gemeinde, diese Wundergeschichte von der Speisung der 5.000 ist ein deutliches Zeichen. Sie zeigt uns: Denk groß von Gott. Trau ihm alles zu. In Jesus ist die Fülle des Lebens. In ihm, der von sich sagt: Wer zu mir kommt und an mich glaubt, dessen Hunger wird gestillt. Das gilt - auch heute noch.

Amen.
 

 

 
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