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Meine aktuelle Predigt                      

Möchten Sie die neueste Predigt aus der Kirche in Oberneuland noch einmal nachlesen? Dann sind Sie hier goldrichtig!

Mein Stil ist einfach, elementar, volkskirchlich, in bestem Sinne missionarisch. Dabei geht es darum, die Probleme und Sorgen der vermuteten Hörerinnen und Hörer einzubeziehen.

Etwa alle 14 Tage erscheint auf dieser Seite eine neue Predigt. Die alten Predigten werden dann gelöscht. Es ist wie mit dem täglichen Brot: Es sollte frisch sein - so auch die Predigt.

Gottes Segen wünscht      Ihr Frank Mühring

„Unabgelaufene Füße“

Predigt zu Matthäus 4,12-17

Pastor Frank Mühring     Bremen, 8.1.2017

Als Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1): „Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“ Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!    (Matthäus 4,12-17)

Liebe Gemeinde,

der evangelische Theologe Fulbert Steffensky hat einmal erzählt, wie er mitseiner Enkeltochter einmal eine Familie besuchte, die ein kleines Baby bekommen hatte. Seine Enkelin war ganz fasziniert von dem Neugeborenen. Sie sah auf die nackten Zehen und sagte: „Es hat so schöne unabgelaufene Füße!“ Unabgelaufene Füße. Zarte, weiche Haut, keine Verletzungen, noch keinerlei Hornhaut oder Narben. Immer, wenn etwas neu anfängt, hat es unabgelaufene Füße. Wenn das Leben beginnt wie bei Jesse, Luke und Paul, unseren Täuflingen. Wenn ein neues Kapitel im Buch des Lebens aufgeschlagen wird wie bei unseren Gemeindevertretern. Die ersten Tage eines neuen Jahres. „Es hat so schöne unabgelaufene Füße.“

Das Neue hat noch seinen Glanz, seinen Zauber. Nichts ist kaputt, verdreckt, ermüdet, wund gelaufen. Ein neuer Anfang ist da.

*

Nicht erst Silvester oder Neujahr, sondern an Weihnachten feiern wir diesen Neuanfang. Gott sagt sein neues, sein tiefstes und schönstes Wort in diese Welt. Ein Anfang, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil Gott selbst in ihm da ist. Und dieses Wort hat mit Jesus von Nazareth zu tun. Es heißt. Ich liebe dich, Mensch. Dich und diese Welt. Ich bin da. Ich bin bei dir. Ich bin deine Zeit. Ich weine deine Tränen. Ich bin in deiner Freude. Ich bin da in deiner Angst, denn ich habe sie mitgelitten. Ich bin das Licht, das keine Finsternis mehr auslöschen kann. Kein Hass und keine Niedertracht oder Bosheit können diesen Neuanfang wegwischen. Weihnachten ist der große Gegenentwurf für alle, die Gott und diese Welt mit den Schatten von Terror, Krieg und Gewalt nicht zusammendenken können. Zu Weihnachten sagt Gott noch einmal neu: Ich bin da.

*

Das Matthäusevangelium erzählt von diesem Neuanfang. Wie Weihnachten auf die Füße gestellt wird. Von den ersten Fußspuren, die Jesus auf seinem Weg hinterlässt: „Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.“  Wo ist der Lichtschein Jesu zuerst gesehen worden? Fernab aller heiligen Bezirke, im Gebiet Galiläa. Das ist der Ort, wo viele Heiden leben. Jesus geht dahin, wo die Geborgenheit des Gewohnten fehlt. Er geht zu den Fremden, die noch nichts von Gott wissen. Wo es für auch ein bisschen gefährlich ist. Finster. Es hat einen schlechten Ruf wie Bremen-Tenever, Berlin-Marzahn oder Rostock-Lichtenhagen.

Wir würden Jesus vielleicht zurufen: Geh lieber dahin, wo du gehört wirst! Geh in die Hauptstadt des Landes, ins Zentrum der Macht, wo alle Fäden zusammenlaufen. Dorthin, wo die Leute sind, die die öffentliche Meinung machen. Um die solltest du werben. Geh ins Zentrum, würden wir klugen Leute sagen.

Doch es kommt anders: Jesus zieht als Erstes dahin, wo keiner hin will. Jesus geht einen scheinbar gottverlassenen Ort. Ins Fremde. Im Schatten des Todes erscheint das Leben. Wir werden uns auf einige Überraschungen einstellen, wenn wir den Spuren Jesu folgen. Sein Stern will da leuchten, wo noch nichts ist.

Das Evangelium wird hier zum Wink mit dem Zaunpfahl: Der Ortswechsel Jesu ist ein Zeichen für uns. Von nun an, seit Jesus in die Welt gekommen ist, gibt es keine gottverlassenen Städte oder Zonen mehr. Keine hoffnungslosen Bereiche mehr. Dieses Licht ist stärker als die düsterste Depression. Auch wenn du denkst, du seist von Gott ganz und gar verlassen, so ist das eine Täuschung. Wenn es finster um dich sein mag und du von Gott nichts fühlst, täusche dich nicht. Gerade den Gottfernen ist Jesus näher, als sie es sich ausmalen. Und wenn du denkst, nur dich hätte Gott auf der ganzen Welt vergessen, vergiss es. Gott vergisst keinen Menschen. Gottes Plan ist es, gerade für die Menschen, die am Ort und im Schatten des Todes sitzen, ein Licht zu sein. Dann müsste Kirche viel mutiger auf Menschen zugehen, die von Gott bisher nichts wissen oder nichts wissen wollen. Dann müssten wir viel häufiger unsere Komfortzone verlassen. Kirche darf nicht so viel warten, sie muss gehen lernen. Seit Weihnachten sind wir neu auf den Weg gestellt. Wir die heiligen drei Könige sollen wir dem Stern folgen. Nur kein Stillstand! „Im Leben lernt der Menschen zuerst gehen und sprechen. Später (erst) lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten“ (Marcel Pugnol). Lernt das Gehen, rät uns Matthäus.

*

Ob die Heiden in Galiläa den Prediger Jesus verstanden haben? Denn in der Tat hat die erste Predigt Jesu nur wenig Ansprechendes. „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ Genau dieselbe Botschaft, die auch Johannes der Täufer am Jordan ausrief. Um derentwillen er beseitigt wurde.

„Tut Buße“ – das will man eigentlich nicht hören. Es klingt nach Strenge, nach erhobenem Zeigefinger, nach moralinsaurer Frömmelei oder Zeltmission. Und doch kommt mir diese Aufforderung Jesu vor wie ein Weckruf, wie ein Begleitwort zu aktuellen Geschehnissen: Achtet auf die Zeichen der Zeit. Achtet auf die Zeichen von Gottes Nähe. Er hat sich in die Welt hineinbegeben. Darum ist Zeit für eine Umkehr! Wollt ihr denn, dass die Finsternis, der Hass und die Gemeinheiten sich unter uns weiter ausbreiten können wie eine Epidemie? Tut Buße! Das heißt zuallererst: Zeig mit dem Finger nicht auf andere. sondern stell dich selbst in Frage.

Wo es an Buße fehlt,  ist es auch mit der Humanität zu Ende, da muss die Gemeinschaft zerbrechen. Umkehren, sich ändern und korrigieren können von falschen Wegen ist Voraussetzung für Humanität, für Gemeinschaft, und letztlich für das Kommen des Himmelreiches, wie Jesus es nennt. Das ist Glaube: Nicht für immer festgelegt sein auf eine Rolle, ein Verhaltensmuster. Freiheit, neues Denken zu wagen, den Glauben auf die Füße stellen.

Der Liedermacher Konstantin Wecker, der viele falsche Wege gegangen ist und umgekehrt ist, hat in seinem Buch „Die Kunst des Scheiterns“ geschrieben: „Man kann auch auf einer Leiter, deren Sprossen aus Niederlagen bestehen, schön nach oben klettern.“ Hauptsache, man klettert in die richtige Richtung. Nach oben, zu Gott.

*

Wo werden wir im Jahr 2017 unsere Füße uns hintragen? Das Evangelium des Matthäus ist eine Einladung, alles noch einmal auf Anfang zurück zu setzen. Unsere Schritte neu auszurichten. Jesus wagt einen kleinen, bescheidenen Anfang ganz weit draußen in der Provinz. Bei den einfachen, kleinen Leuten setzt er neu an. Was fangen wir an mit unserem Glauben?

Verachten wir die kleinen Anfänge nicht. Ob etwa Franz von Assisi vorausgesehen hat, was aus den bescheidenen Anfängen jener Gemeinschaft werden würde, die er ins Leben rief? Er begann mit ein paar Freunden, die in Armut dem Evangelium von Jesus Christus gehorsam sein wollten. Die im Sinne Jesu ein "Leben in Buße" führen wollten. Schnell griffen seine Ideen um sich und führten schließlich zur Gründung des Mönchsordens der Franziskaner, die Vorbildliches leisteten und noch immer segensreich wirken. Ob es Martin Luther ahnen konnte, welche Bewegung er in Gang setzte, als er im Jahr 1517 mit seinen 95 Thesen ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat? Die erste dieser Thesen beginnt genau mit unserem Bibelwort: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: 'Tut Buße', hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.“ Am Ende stand die Reformation, die nur eine Kirche erneuern wollte und zeigte sich ein neues Bild von Europa. Kleine Anfänge waren das, aber sie hatten große Wirkungen.

Verachten wir darum unsere eigenen Anfänge nicht. Kleine Dinge waren es, die Großes bewirkt haben. Die Mutter oder Großmutter, die mit uns gebetet hat. Der Religionslehrer, der so lebendig die biblischen Geschichten erzählt hat. Der Pfarrer, der im Konfirmandenunterricht mit Gitarre Beatleslieder sang. Was wir da hörten, war nicht immer gleich die Krone des Glaubens. Es mag uns vielleicht zunächst wenig bedeutet haben. Aber der kleine Anfang hat unser Leben auf eine ungeahnte Weise erfüllt. Sonst wären wir nicht hier. Es hat seine Zeit gebraucht, bis wir vom Geist Jesu

durchdrungen waren. Und gewiss sind wir auf diesem Weg auch noch längst nicht am Ende. Aber genauso kleinen Bruchstücken, wo etwas Licht in das Dunkel fällt, da ist das Gottes Reich unter uns. Sein wir geduldig mit uns selbst. Bleiben wir Anfänger des Glaubens. Gelobt seien die unabgelaufenen Füße.

 

Es ist Zeit,
hat Jesus gesagt,
die Gleichgültigen und Friedlosen zu wecken,
die Mächtigen und Ohnmächtigen zu lehren,
die Gefangenen und Traurigen zu trösten.
Ohne Zweifel, jetzt sind wir dran.   (Kurt Wolff)

Amen.


„Freeden up Erden“

Plattdeutsche Wiehnachtspredigt

Pastor Frank Mühring          Bremen, 24.12.2016

Un bold weer dor bi dee Engel dee Menge vun dee himmlischen Heerschoren, dee lovten Gott un seen: „Ehre schull sien bi Gott in de Hööch un Freden up Erden un dee Minschen een Wohlgefallen.“ (Lukas 2,14) Vörlest ut Lukas twee, Vers förtein

Leeve Gemeende,

ole Noom sind wedder modern worn! In düsset Joohr heff ick veele Jungs und Deerns doft mit ole, klangfulle Noom. Alexander, Ludwig, Franz, Carl un so heet de Butjers. Just as in dee olen Tieden! Dat is’n Märchen, dat de Jungs hüt alle neemodsche Noom hebbt, un all Kevin un Jerome heet - un de Deerns Chantalle un Shakira! De Deerns, de weerd in de hütige Tied doft up‘n Noom Sophie, Anna oder Ida. Un in März weer een kleene Deern dorbi, de heet „Frieda“. Ick weer bass erstaunt! Tsü! Frieda, just as min Grootmudder Frieda Stern ut Ostpreußen. Mien Grootmudder weer born kort voor denn Ersten Weltkrieg. Un eere Öllern, de hebbt woll denn grooten Krieg koomen sehn. Dor hebbt dee sick seggt: Wi noemt use Dochter Frieda, wiel dat use Bitt to Gott is. Freeden schull sien up Erden! Un akkrot dat hebbt sick de Öllern von de kleene Frieda dacht, de ick gedoft heff. Frieda schull in eene Welt full Freeden upwassen. Un dat is good so!     

In jeden Gottesdeenst in use Kark singt dat de heele Gemeende: „Un up Erden Freden – denn Minschen een Wohlgefallen“. Jeden Sünndag, jümmer wedder mööt wi dat höörn, dat Gott sick de Welt freedlich denkt. Door is blots een Problem: Dee Welt, dee markt dat nich, dat Gott Freeden up Erden will. Wi leevt in een unfreedliche Tied. Brüssel, Nizza, Istanbul, un no ok noch in Berlin up’n Wiehnachtsmarkt. Dor sind twölf Lüür dood bleeben, de nix wullt as’n Glühwein un nee Currywurst to sick neemen. Wi all sünn bannig verschreckt un still worrn. Terror för use eegen Husdöör! Manch een, dee keen Bomben smieten könnt, dee postet Hasstirooden up Facebook. Dee Lüür pöbelt rum un meent, denn ward allens beter. Fleitschepiepen! Dee Lüür doot so, as wär’n Krieg un Gewalt de Lösung un nich dat Probleem. Wi schall dat beter weern, wenn keen een sick ännern will?

Kiek, wat Tweedusendsesstein (2016) in Düütschland vor sick güng. Dor hebbt wi een neje Partei, de jümmer meent, dat de veelen Utländers un Flüchtlinge för Unfreeden sorgt. Binoh fiefuntwintig (25) Prozent hebbt di bi de Wohlen kreegen! Dee segg, di Fremden hebb Schuld. Dat sünt dee sülms Lüür, de narwens Verantwortung trogen hebb un duernd schimpen un glik losballern un överall Unfreeden stift. Wenn ick de ehemolige Pfarrfro Frauke Petry, de grod Hochtied fiert hat, bloß seh! De mööt doch allerbest weten, wat Fründlichkeit gegenöver Fremden un Nächstenleev gegenöver all’n Minschen meent. See ober hett secht, dee AFD de wär dat „Fieberthermometer von de Gesellschopp“. De AFD weet genau, wo se henhört! In’n Mors!

Un Europa – nix as Unfreeden. Freeden schient so wiet weg. So veele Dode un Verletzte in de heele Welt. Mi kränkt, dat een poor Monote looter all wedder vorgeten is. Dat is use Pflicht, dat wi dee Opfer nich vorgeten. Dee Attentäter, de denkt sick noch sein Dood, hee wör nu in‘n Paradies mit tweeundsemzig (72) Jungfroen. Nee, nee, Butjer, dor hest do di sick deep sneern! Eer schallt nich in’t Paradies, eer schallt in Oslebshusen in de JVA upwooken, datt wär topass för jem. 

Un denn de Briten, de hebbt Europa de rode Kaart wiest. De Briten, de wüllt nix mehr to doon hebben mit denn olen Kontinent. De glöövt woll, dat se alleen beter dran sind. Egoismus bit in de högste Etoge. Jedereen kiekt bloß op sien eegen Weg. Un dee neje amerikonsche Präsident Trump, de will Ameriko groot moken. Dat geiht jo bloß, wenn du dee annern kleen holtst. Ick glööv, wi all weert verleeren, wenn wi nich tosommen stoort. In Europa, in Ameriko un inne Kark. To Wiehnachten geiht dat anners to: Dor steiht sej all tosommen an de Krüff. Maria, Josef, dee Engel, dee Hirten, dat Veeh. Arme un rieke Minschen. Tosammen, un nich ut een anner! So wasst de Freeden up Erden. 

Jümmer denk ick: Off dat denn leeven Gott nich ook mool jöckt, mool düchtig in sine chootische Welt intosloon, denn mächtigen Gestalten as denn Trump mit sien blonden Wiesel up’n Kopp wiesen will, wo dee Hommer hangt? Un denn Erdogan ut de Türkei mit sien schietiges Säbelrasseln! Dat kann doch so nich wietergoohn! Do wüllt joar sogoor Wiehnachten affschaffen. So nich, mien Jung!

*

De Engel in de Wiehnachtsgeschichte, de hebbt eene annere, goode Wiesheit för us. „Ehre sei Gott in der Höhe!“ Nich Ameriko, nich ick, Gott mutt wedder an de erste Steer stoohn. Gott toerst! Mookt Gott wedder groot! Dat wär’n gooden Slogen för de Kark to Hilligobend. Wenn ick an een Gott öwer mi glööv un Gott dee Ehre giff, denn weer ick mi nich sülben to’n Maat aller Dinge mooken. Denn weer ick nich so doon, as wär ick alleen up dee Welt. Freeden brukt düsse Welt. Dee hillige Gott, dee will nich Gewalt un Krieg. Dee will, dat dee Minschen echte Bröder un Süsters sind. He is sülben von‘n Heven to dee Eerd koomen, um dee Welt minschlicher to moken. Wiehnachten is een gooden Anfang. In Stall von Bethlehem, door is dee Beginn vun denn Freeden to finnen. Dorum: kiek nich bloß op dat böse End, kiek up denn gooden Anfang.

In Skandinovien un in Estland is dat Bruuk, dat de een Wiehnachtsfreeden för dree Doog proklameert. In Finnland geiht de Stadtdirektor von Turku up’n Balkon von dat Roothuus un verkünnt an’n Hilligobend: „Morgen, wenn Gott will, is de gnoodenreiche Geburtsfier von usen Herrn un Befreier. Un so verkünnt wi denn allgemeenen Wiehnachtsfreeden. Und wi ermuntert joo, dütt Fest mit gediegener Frömmigkeit to begoon. Un sick still un sinnig to benehmen. Jedereen, dee düssen Wiehnachtsfreeden brikt oder stört, dee schall sien Stroof kriegen. Un nu wünscht wi allen Bewohnern een fröhlichen Wiehnachtsfreeden.“ Siet Darteinhunderttwintig (1320) mookt dee dat in Skandinovien un in Fernsehen ward dat överdrogen.

Wisslich: So’n Wiehnachtsfreden bört dee Welt nich ut dee Angeln. Ober dat mookt us bewusst, dat Freeden bi us sülben anfangt.  Mit kleenen Tritten. Un dat Freeden möglich is – ok in eene Welt, wo dat so veel Gewalt, Terror un Krieg gifft. Denn ganz grooten Tritt, denn is Gott sülben goon. He is Minsch worn för us toon Gooden.

Freeden up Erden meent: Keen Egoismus, sonnern Nächstenleev. Freeden twüschen Gott un dee Minschen. Vergebung von us Schuld. Versöhnung twüschen Gott un Minsch. Gnood in‘n Gericht  Een neje Anfang. In düsse Wiehnachtsgeschichte, dor liggt de Anfang vun all Dinge.     

Jedet Mool, wenn een Kind born ward, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn sick twee Minschen eenanner vergeeft, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn ji Verständnis wiest för jooe Kinner, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn ji een Minschen helpt, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn eener versprikt,  ehrlich un uprecht to leven, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn du versochst, dien Leven een nejen Sinn to geven, is Wiehnachten.

Jedet Mool, wenn ji eenander ankiekt mit dee Oogen vun dien Hart, mit een Smüstern up dien Lippen, is Wiehnachten.

Denn is born dee Leev. Denn is born dee Freeden.

Denn is born dee Gerechtigkeit. Denn is born dee Hoffnung. Denn is born de Freud.

Denn is born Christus, de Herr.

 

Amen.


Und darum beedt wi:

Komm, o mien Heiland Jesu Christ,
mien Hartensdöör wiet open is.
O komm mit all dien Gnood herin,
und bring us hellen Sünnenschien.
Dien Geist, dee geev us dat Geleit
hen noh dee ewge Seeligkeit.
Dor bringt wi, Gott un Herr,
di ewig Dank un Ehr!

 
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